Interpretation: Das Ergebnis zeigt ein Szenario – keine Prognose.
Prüfe vor der Einordnung insbesondere Zeitraum, Ausgangswerte, Veränderungen und produktspezifische Annahmen. Die technische Herleitung und Modellgrenzen findest du unter „Rechenmodell & Transparenz“.
Für ein vertieftes Verständnis nutze bitte zusätzliche redaktionelle Ressourcen und Lerninhalte aus aktuellen, vertrauenswürdigen Quellen oder hole dir professionelle Beratung. Gerne leiten wir dir auch passende Inhalts- oder Beratungsangebote weiter.
Modell
Modellierungen und Berechnungen nachzuvollziehen ist das A und O einer vertrauenswürdigen Simulation. Im Folgenden erklären wir die wesentlichen Punkte. Oben im interaktiven Rechner findest du im Reiter „Buchungen“ eine interaktive Erklärung der einzelnen Operationen.
Umfang des Modells
Die flexible Altersvorsorge ist mehr als eine Renditerechnung. FinView führt den Vertragswert von der Ansparphase bis zur Auszahlung fort: Im einfachen Modell wirkt ein Effektivzins, im erweiterten Modell wirken Rendite und einzelne Vertragskosten; Beiträge, beitragsfreie Zeiten und die gewählte Auszahlungsart folgen einer festen Reihenfolge.
- 32
- produktspezifische Eingaben für deinen Vertragsverlauf
- 8
- geordnete Buchungen in jedem Modelljahr
- 1
- fortgeführter Vertragswert über die gesamte Laufzeit
Ansparphase und beitragsfreie Zeit. Regelmäßige Beiträge steigen mit der gewählten Dynamik und erhöhen Vertragswert sowie steuerlich relevante Einzahlungsbasis. Ab dem gewählten Zeitpunkt kann der Vertrag beitragsfrei werden; dann entfallen planmäßige Beiträge und die dafür konfigurierten beitragsfreien Kosten greifen. Einzelne Einzahlungen und Entnahmen bleiben davon unabhängig.
Wertentwicklung und Versicherungskosten. Nach regelmäßigen und manuellen Einzahlungen zieht das Modell in der Ansparphase zuerst Alpha-, Beta- und Gamma-Kosten ab. Erst auf den verbleibenden Vertragswert wird die angenommene Rendite nach Abzug der TER und zuzüglich des Rebalancing-Zinsfaktors angewendet. Diese Reihenfolge beeinflusst den späteren Vertragswert.
Rente, Kapitalauszahlung oder Hybrid. Ab dem Rentenstart verarbeitet der Rechner die gewählte Auszahlungsart. Der Rentenfaktor übersetzt Kapital in eine modellierte lebenslange Rente; die Kapitalauszahlung liquidiert den verbleibenden Wert; die Hybridvariante teilt den gesamten Vertragswert in eine garantierte und eine fondsgebundene Rentenbasis und verrentet beide. Steuern und Auszahlungskosten werden jeweils separat ausgewiesen. Im Kontext einer Szenariomodellierung kann die Steuer automatisch berechnet und in jedem Jahr abgezogen werden.
Vergleich mit einem Depot. Bei gleichen Kapitalmarkt- und Beitragsannahmen liegt der Vertragswert einer flexiblen Altersvorsorge wegen der typischerweise höheren Abschluss- und Anfangskosten zunächst unter dem Depotwert. Die häufig niedrigere Steuer bei der Auszahlung kann diesen Abstand teilweise oder vollständig ausgleichen. Für einen belastbaren Vergleich nutze das Szenario-Tool mit den tatsächlichen Vertragsdaten; pauschale Produktvergleiche ohne Kosten- und Steuerdaten können irreführen.
Jede Kennzahl lässt sich im Reiter „Buchungen“ bis zur auslösenden Operation zurückverfolgen.
Fehlt dir eine Tariflogik oder möchtest du eine Modellannahme verbessern? Schreib uns Trage mit deinem Feedback zu einer präziseren Modellierung bei.
Reihenfolge der Berechnung
Der Flexible Altersvorsorge-Rechner verarbeitet die Jahresprojektion in 8 geordneten Rechenschritten. Jeder Schritt übernimmt den Zwischenstand des vorherigen Schritts.
- 1Regelmäßige Einzahlung
- 2Regelmäßige Einzahlungen
- 3Manuelle Einzahlungen
- 4Kosten der Ansparphase
- 5Verzinsung
- 6Regelmäßige Entnahmen
- 7Manuelle Auszahlungen
- 8Auszahlung
Konkrete Beträge und Auswirkungen findest du für jedes Jahr im Rechner unter „Buchungen“. Dort stammen Salden und Berechnungsgrundlagen direkt aus der ausgeführten Simulation.
Modellprägende Eingaben
Nicht jede Eingabe wirkt gleich stark. Die folgenden Annahmen prägen den modellierten Verlauf und die ausgewiesenen Kennzahlen besonders.
Beiträge und Ansparphase
- Jährlicher Beitrag und Dynamik
- Der jährliche Beitrag wird bis zum Beginn der Auszahlungsphase planmäßig eingezahlt. Die Dynamik erhöht oder senkt diesen Beitrag in jedem Folgejahr.
- Wirkung im Modell: Höhere oder schneller steigende Beiträge erhöhen Vertragswert und steuerlich relevante Einzahlungsbasis, zugleich können beitragsabhängige Kosten steigen.
- Beitragsfrei ab
- Ab dem gewählten Zeitpunkt setzt das Modell den planmäßigen Beitrag auf null und verwendet die konfigurierten fixen und prozentualen Kosten für die beitragsfreie Phase.
- Wirkung im Modell: Ein früherer Beginn reduziert weitere Einzahlungen und kann die Art und Höhe der laufenden Kosten verändern.
- Rentenbeginn
- Der Rentenbeginn beendet die Ansparphase und aktiviert die gewählte Auszahlungslogik.
- Wirkung im Modell: Ein späterer Beginn verlängert Beitrags- und Wachstumsphase; ein früherer Beginn schaltet früher auf Rente, Hybrid- oder Kapitalauszahlung um.
Wertentwicklung und Kosten
- Rendite, TER und Rebalancing-Zinsfaktor
- Der wirksame Renditesatz ergibt sich aus Bruttorendite minus TER plus Rebalancing-Zinsfaktor. Er wird auf den Vertragswert angewendet, der nach Einzahlungen und den jährlichen Alpha-, Beta- und Gamma-Kosten verbleibt.
- Wirkung im Modell: Eine höhere Rendite oder ein höherer Faktor steigert die modellierte Entwicklung; eine höhere TER reduziert sie. Der Faktor ist eine Szenarioannahme, keine garantierte Zusatzrendite.
- Alpha-, Beta- und Gamma-Kosten
- Alpha-, Beta- und Gamma-Kosten werden auch Abschlusskosten, Verwaltungskosten und Vermögenskosten genannt. Alpha-Kosten verteilen einen Anteil der geplanten Beiträge auf die ersten fünf Modelljahre. Beta-Kosten hängen vom Monatsbeitrag und seiner Dynamik ab. Gamma-Kosten werden prozentual aus dem Vertragswert nach den Einzahlungen berechnet.
- Wirkung im Modell: Höhere Kostensätze reduzieren den Vertragswert in der Ansparphase und damit die spätere Auszahlungsbasis.
- Modellierungswahl für Abschluss- und Verwaltungskosten
- Damit sich die Einzahlungssumme verändern lässt, ohne die Kosten für jedes Szenario manuell neu berechnen zu müssen, modelliert FinView diese Kosten als Prozentsätze. Die Abschlusskosten sind ein Prozentsatz des geplanten Gesamteinzahlungsvolumens und werden vereinfachend auf die ersten fünf Modelljahre verteilt. Die jährlichen Verwaltungskosten werden als Prozentsatz eines Monatsbeitrags berechnet.
- Wirkung im Modell: Änderst du Beitrag, Beitragsdynamik oder Laufzeit, passt das Modell die davon abhängigen Kosten automatisch proportional an. Diese Skalierung ist eine Modellierungsannahme und bildet nicht zwangsläufig die Neuberechnung eines Versicherers ab.
- Kosten für Sonderzahlungen und Auszahlungen
- Für einzelne Einzahlungen, Entnahmen, Kapitalauszahlungen und die Hybridvariante können fixe und prozentuale Kosten hinterlegt werden.
- Wirkung im Modell: Diese Kosten werden beim auslösenden Vorgang gebucht und reduzieren Vertragswert oder tatsächliche Auszahlung.
- Effektivkosten und Vertragsimport
- Effektivkosten hängen von den verwendeten Annahmen, der Laufzeit, den Beiträgen und dem betrachteten Auszahlungsweg ab. Werte aus unterschiedlichen Verträgen sind deshalb nicht automatisch direkt vergleichbar; auch FinView kann andere Effektivkosten als die Vertragsunterlagen ausweisen.
- Wirkung im Modell: Weichen die Werte ab, sende uns bitte den Vertrag über den Kontakt „Schreib uns“. Wir prüfen die Ursache gemeinsam mit dir und nutzen geeignete Beispiele, um unseren automatisierten Vertragsimport weiter zu verbessern.
Auszahlung und Steuern
- Lebenslange Rente
- Der Rechner wandelt den Vertragswert beim Rentenstart mit dem Rentenfaktor in eine modellierte Jahresrente um. Für die Steuer wird die Bruttorente mit dem vom Rentenbeginn abhängigen Ertragsanteil multipliziert. Nur dieser Betrag gilt im Modell als steuerpflichtig; darauf wird der persönliche Steuersatz angewendet. Nettoauszahlung = Bruttorente − Steuer.
- Wirkung im Modell: Ein höherer Rentenfaktor erhöht Bruttorente, steuerpflichtigen Betrag und Nettoleistung. Der Vertragswert wird im Modell zur Rentenbasis und steht nicht zusätzlich als frei verfügbares Kapital fort.
- Vollständige Kapitalauszahlung
- Im ersten Auszahlungsjahr liquidiert das Modell den verbleibenden Vertragswert. Nach fixen und prozentualen Auszahlungskosten wird der Gewinn als Vertragswert abzüglich steuerlich relevanter Beiträge ermittelt. Vom Gewinnanteil der Auszahlung gelten vereinfacht 50 % × 85 % als steuerpflichtig. Sind Alter 62 oder zwölf Vertragsjahre noch nicht erreicht, wird darauf der Kapitalertragsteuersatz angewendet; andernfalls der persönliche Steuersatz. Nettoauszahlung = Auszahlungsauftrag − Steuer.
- Wirkung im Modell: Nur der modellierte Gewinnanteil, nicht die gesamte Auszahlung, bildet die Steuerbasis. Die gesamte Nettoleistung fließt einmalig ab; anschließend verbleibt kein Vertragswert.
- Lebenslange Hybrid-Rente
- Der Investitionsanteil teilt den gesamten Vertragswert bei Rentenbeginn in eine garantierte und eine fondsgebundene Rentenbasis. Beide Teile werden mit ihrem eigenen Rentenfaktor in eine modellierte lebenslange Rente umgerechnet. Nach Hybridkosten wird der altersabhängige Ertragsanteil auf die gemeinsame Bruttoleistung angewendet; der daraus entstehende steuerpflichtige Betrag wird mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Nettoauszahlung = Bruttoleistung nach Hybridkosten − Steuer.
- Wirkung im Modell: Höhere Rentenfaktoren erhöhen die jeweilige Rentenkomponente und die gemeinsame Steuerbasis. Weil beide Teile verrentet werden, beträgt der frei verfügbare Vertragswert nach der Umwandlung null. Eine gewünschte Kapitalentnahme muss deshalb als eigene Transaktion vor oder im Jahr der Verrentung stattfinden.
- Garantierter und fondsgebundener Rentenfaktor
- In der Hybridvariante übersetzt der garantierte Rentenfaktor je 10.000 Euro garantierter Rentenbasis und der fondsgebundene Rentenfaktor je 10.000 Euro fondsgebundener Rentenbasis in eine modellierte Monatsrente. Die Faktoren sind vertragsspezifische Annahmen; die tatsächliche fondsgebundene Leistung folgt den Tarifbedingungen und entspricht nicht automatisch der Kapitalmarktrendite.
- Wirkung im Modell: Ein höherer Faktor erhöht ausschließlich die zugehörige Rentenkomponente. Das aktuelle Modell hält beide bei Rentenbeginn berechneten Komponenten über die Auszahlungsphase konstant und bildet keine spätere tarifabhängige Neuberechnung oder Überschussdynamik ab.
- Rentenfaktor und Auszahlungsquote umrechnen
- Der Rentenfaktor nennt die monatliche Bruttorente je 10.000 Euro Rentenbasis. Für die jährliche Auszahlungsquote gilt: Rentenfaktor × 12 ÷ 10.000 × 100 = Rentenfaktor × 0,12 %. Umgekehrt gilt: jährliche Auszahlungsquote in Prozent ÷ 0,12 = Rentenfaktor. Beispiel: Ein Rentenfaktor von 35 ergibt 35 Euro monatlich beziehungsweise 420 Euro jährlich je 10.000 Euro Rentenbasis und damit eine jährliche Auszahlungsquote von 4,2 %.
- Wirkung im Modell: Die Auszahlungsquote beschreibt die modellierte jährliche Bruttorente relativ zur Rentenbasis bei Rentenbeginn. Sie ist weder eine angenommene Kapitalmarktrendite noch eine Aussage darüber, wie lange frei verfügbares Kapital reichen würde.
- Persönlicher Steuersatz und Kapitalertragsteuersatz
- Der persönliche Steuersatz wird für die vereinfachte Ertragsanteils- und begünstigte Auszahlungslogik verwendet. Vor Erreichen der modellierten Alters- und Laufzeitgrenzen greift für Entnahmen der Kapitalertragsteuersatz. Die 62/12-Regel setzt für die modellierten Steuervorteile ein Mindestalter von 62 Jahren und eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf Jahren voraus.
- Wirkung im Modell: Höhere Sätze reduzieren die modellierte Nettoleistung, sofern im jeweiligen Auszahlungsweg ein steuerpflichtiger Anteil entsteht.
Annahmen und Vereinfachungen
Diese Rahmenbedingungen bestimmen, wie das Modell die gewählten Eingaben verarbeitet. Die Grenzen zeigen, an welchen Stellen die Berechnung die Realität bewusst vereinfacht.
Grundannahmen
- Berechnungsintervall
- Jährliche Berechnung vom Startalter bis zum Endalter
- Kostenmodell
- Alpha-, Beta-, Gamma- und Auszahlungskosten – auch Abschluss-, Verwaltungs- und Vermögenskosten genannt
- Auszahlungsarten
- Kapitalauszahlung, Rente oder Hybrid
- Steuermodell
- Vereinfachte Besteuerung von Versicherungsleistungen
Modellgrenzen
Kein konkreter Versicherungstarif
Das Modell bildet einen konfigurierbaren versicherungsorientierten Mantel ab. Es enthält keine vollständigen Tarifbedingungen eines bestimmten Versicherers.
Konstante Wertentwicklung
Rendite, TER und Rebalancing-Zinsfaktor bleiben über die Laufzeit konstant. Schwankungen, Reihenfolgerisiken und Garantiefonds werden nicht separat modelliert.
Vereinfachte Kostenlogik
Alpha-, Beta- und Gamma-Kosten folgen der im Rechner dokumentierten Reihenfolge. Vertragsindividuelle Verrechnung, Überschüsse, Stornoabzüge und Deckungskapitalmechaniken fehlen.
Geänderte Vertragsannahmen sind kein neues Vertragsangebot
Wenn du einen konkreten Vertrag modellierst und Einzahlungssumme, Dynamik, Laufzeit oder andere Parameter änderst, kann der Versicherer weitere Tarifwerte proportional oder nach eigenen Regeln anpassen. Das neu berechnete Szenario ist deshalb nicht zwangsläufig in dieser Form vertraglich abschließbar. Lass geänderte Konditionen im Zweifel vom Versicherer bestätigen.
Rentenfaktoren als Tarifannahmen
Der garantierte und der fondsgebundene Rentenfaktor sind frei konfigurierbare Umrechnungsfaktoren. Der Rechner prüft nicht, ob ein Versicherer sie garantiert, später neu berechnet oder durch Überschüsse beziehungsweise Fondsentwicklung verändert. Langlebigkeit, biometrische Wahrscheinlichkeiten und eine fondsgebundene Rentendynamik werden nicht berechnet.
Geltendes Steuerrecht vereinfacht modelliert
Die Berechnung orientiert sich an den derzeit geltenden Regeln für private Renten- und Lebensversicherungen, insbesondere an § 20 Abs. 1 Nr. 6 und § 22 EStG. FinView verwendet dafür den hinterlegten persönlichen Steuersatz, Kapitalertragsteuersatz, die 62/12-Grenzen und eine vereinfachte Teilbesteuerung. Der konkrete Vertragstyp, Vertragsänderungen und sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen werden nicht vollständig rechtlich geprüft; das Ergebnis ist daher keine individuelle Steuerberechnung.
Ertragsanteilstabelle nicht vollständig
Der Rechner verwendet eine begrenzte Tabelle im Code und deckt nicht jede mögliche Alterskonstellation der gesetzlichen Ertragsanteilstabelle ab.
Keine fortgeführten Rentendeckungskapitalien
Die garantierte und fondsgebundene Rentenbasis werden bei Rentenbeginn ausgewiesen, danach aber nicht als frei verfügbare oder weiter verzinste Vertragswerte fortgeführt. Versicherungsreserven, Überschüsse und fondsabhängige Neuberechnungen fehlen.
Steuer- und Tarifannahmen bleiben konstant
Änderungen von Gesetzen, Steuersätzen, Kosten oder Versicherungsbedingungen während der Laufzeit werden nicht automatisch berücksichtigt.
Rechts- und Datengrundlagen
Diese Quellen begründen einzelne Regeln und Annahmen des Rechenmodells. Prüfe für weitergehende Informationen stets die aktuelle Fassung der verlinkten Originalquelle.