Interpretation: Das Ergebnis zeigt ein Szenario – keine Prognose.
Prüfe vor der Einordnung insbesondere Zeitraum, Ausgangswerte, Veränderungen und produktspezifische Annahmen. Die technische Herleitung und Modellgrenzen findest du unter „Rechenmodell & Transparenz“.
Für ein vertieftes Verständnis nutze bitte zusätzliche redaktionelle Ressourcen und Lerninhalte aus aktuellen, vertrauenswürdigen Quellen oder hole dir professionelle Beratung. Gerne leiten wir dir auch passende Inhalts- oder Beratungsangebote weiter.
Modell
Modellierungen und Berechnungen nachzuvollziehen ist das A und O einer vertrauenswürdigen Simulation. Im Folgenden erklären wir die wesentlichen Punkte. Oben im interaktiven Rechner findest du im Reiter „Buchungen“ eine interaktive Erklärung der einzelnen Operationen.
Umfang des Modells
Ein Depot ist keine Zinseszinsformel. FinView führt deinen Depotbestand über die gesamte Laufzeit fort: Jede Einzahlung, jeder Kostenblock, jedes Steuerereignis und jede Umschichtung wirkt auf die folgenden Jahre und auf das Geld, das dir am Ende tatsächlich zur Verfügung steht.
- 28
- modellierte Eingaben für deinen Depotverlauf
- 10
- geordnete Buchungen in jedem Modelljahr
- 1
- fortgeführter Depotbestand über die gesamte Laufzeit
Einzahlungen und investiertes Kapital. Von jeder Bruttoeinzahlung ziehen wir zunächst Ausgabeaufschlag und Sparplankosten ab. Der verbleibende Nettobetrag wird investiert und zugleich als steuerlich relevante Einzahlungsbasis fortgeführt. Das gilt für den regelmäßigen Sparplan, die Sparplandynamik und einzelne Einzahlungen.
Vorabpauschale und Kapitalertragsteuer. Für die Vorabpauschale berechnen wir den Basisertrag aus Basiszins und gesetzlichem Faktor von 70 %, begrenzen ihn auf die positive Wertentwicklung und wenden die Teilfreistellung an. Anschließend verbraucht der steuerpflichtige Ertrag den verbleibenden Sparerpauschbetrag aus deinem Freistellungsauftrag. Erst danach berechnen wir Kapitalertragsteuer beziehungsweise Abgeltungsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Rebalancing, Gewinnrealisierung und Nettoentnahme. Bei Umschichtungen und Verkäufen bestimmen wir aus dem Verkaufsbetrag und dem proportionalen Einzahlungsanteil den realisierten Gewinn. Teilfreistellung, Sparerpauschbetrag, Kapitalertragsteuer, Kirchensteuer und Transaktionskosten führen anschließend zur tatsächlichen Nettoauszahlung. Regelmäßiges und einmaliges Rebalancing verändert dabei die fortgeführte Einzahlungsbasis für spätere Entnahmen.
Jede Kennzahl lässt sich im Reiter „Buchungen“ bis zur auslösenden Operation zurückverfolgen.
Fehlt dir eine Eigenschaft oder möchtest du etwas verbessern? Schreib uns Trage mit deinem Feedback zu einer besseren Modellierung bei.
Reihenfolge der Berechnung
Der Depot-Rechner verarbeitet die Jahresprojektion in 10 geordneten Rechenschritten. Jeder Schritt übernimmt den Zwischenstand des vorherigen Schritts.
- 1Vorabpauschale
- 2Regelmäßige Einzahlung
- 3Regelmäßige Einzahlungen
- 4Manuelle Einzahlungen
- 5Jährliche Depotkosten
- 6Rendite
- 7Umschichtung
- 8Entnahmeplan
- 9Regelmäßige Entnahmen
- 10Manuelle Auszahlungen
Konkrete Beträge und Auswirkungen findest du für jedes Jahr im Rechner unter „Buchungen“. Dort stammen Salden und Berechnungsgrundlagen direkt aus der ausgeführten Simulation.
Modellprägende Eingaben
Nicht jede Eingabe wirkt gleich stark. Die folgenden Annahmen prägen den modellierten Verlauf und die ausgewiesenen Kennzahlen besonders.
Wertentwicklung und Kosten
- Rendite und TER
- Die Rendite ist die angenommene jährliche Bruttowertentwicklung. Die TER wird davon als laufende Fondskostenquote abgezogen; der verbleibende Satz wird auf den aktuellen Depotwert angewendet.
- Wirkung im Modell: Eine höhere Rendite erhöht die modellierte Wertentwicklung. Eine höhere TER reduziert sie.
- Ausgabeaufschlag
- Der Ausgabeaufschlag ist ein prozentualer Kaufkostenblock bei planmäßigen und manuellen Einzahlungen. Heutzutage ist er primär bei aktiv gemanagten Fonds zu finden.
- Wirkung im Modell: Ein höherer Ausgabeaufschlag reduziert bei jeder betroffenen Einzahlung den tatsächlich investierten Nettobetrag.
Steuern
- Freistellungsauftrag
- Der Betrag, auch Sparerpauschbetrag genannt, steht in jedem Modelljahr für dieses Depot zur Verfügung. Vorabpauschale, Rebalancing und Entnahmen verbrauchen ihn in dieser Reihenfolge.
- Wirkung im Modell: Ein höherer verfügbarer Betrag reduziert oder verschiebt Steuerabzüge, bis der Freistellungsauftrag verbraucht ist.
- Kirchensteuer
- Der eingegebene Satz wird bei jeder tatsächlich anfallenden Kapitalertragsteuer berücksichtigt. Übliche Werte sind 0 %, 8 % in Bayern und Baden-Württemberg sowie 9 % in den übrigen Bundesländern.
- Wirkung im Modell: Ein höherer Satz erhöht die effektive Steuerbelastung steuerpflichtiger Kapitalerträge und reduziert den verbleibenden Depotwert.
- Basiszins und Vorabpauschale
- Der Basiszins bestimmt zusammen mit dem gesetzlichen Faktor von 70 % den Basisertrag. Dieser wird durch die positive Wertentwicklung begrenzt.
- Wirkung im Modell: Ein höherer Basiszins kann die Vorabpauschale und damit den Steuerabzug erhöhen, sofern die gesetzlichen Begrenzungen greifen. Bei einem niedrigen Depotwert, also gerade in frühen Jahren, unterschreiten diese Steuern häufig den Freistellungsauftrag und haben kaum einen Effekt.
- Teilfreistellung
- Die gewählte Anlageart bestimmt den steuerfreien Anteil modellierter Investmenterträge: 30 % für Aktienfonds, 15 % für Mischfonds und 0 % für Rentenfonds, weil diese Steuern bereits auf Fondsebene entrichtet wurden.
- Wirkung im Modell: Eine höhere Teilfreistellung reduziert deinen steuerpflichtigen Anteil der berücksichtigten Erträge.
Umschichtungen
- Jährliches Rebalancing
- Der Prozentsatz legt fest, welcher Anteil vorhandener Gewinne jedes Jahr durch Umschichtung realisiert wird. Dies findet vor allem dann Anwendung, wenn du dein Depot in einem festen Verhältnis, beispielsweise 70:30, halten möchtest. Historisch führt dies bei unkorrelierten Anlagen zu einer leicht besseren Rendite.
- Wirkung im Modell: Ein höherer Anteil kann mehr steuerpflichtige Gewinne und zusätzliche Transaktionskosten auslösen.
- Zusätzliche Umschichtungen
- Umschichtungen für einzelne Jahre werden zum jährlichen Rebalancing addiert. Der kombinierte Wert ist auf 100 % begrenzt. Du kannst nicht mehr als 100 % deiner Gewinne realisieren.
- Wirkung im Modell: Sie erhöhen im jeweiligen Jahr den realisierten Gewinnanteil und können dadurch Steuern und Kosten verändern.
- Rebalancing-Zinsfaktor
- In jedem Jahr mit Rebalancing wird dieser Faktor vollständig zur Renditeannahme addiert.
- Wirkung im Modell: Ein höherer Faktor erhöht unmittelbar die modellierte Rendite in Rebalancing-Jahren. Er bleibt eine Szenarioannahme und ist keine garantierte Mehrleistung.
Annahmen und Vereinfachungen
Diese Rahmenbedingungen bestimmen, wie das Modell die gewählten Eingaben verarbeitet. Die Grenzen zeigen, an welchen Stellen die Berechnung die Realität bewusst vereinfacht.
Grundannahmen
- Berechnungsintervall
- Jährliche Berechnung vom Startalter bis zum Endalter
- Steuermodell
- Vereinfachtes deutsches Kapitalertragsteuermodell mit Freistellungsauftrag und Teilfreistellung
- Basiszins
- Über den gesamten Projektionszeitraum konstant
- Behandlung der Zahlungsströme
- Einzahlungen erhöhen den Wert; Entnahmen reduzieren ihn
Modellgrenzen
Konstante Rendite
Anlagerenditen sind nicht konstant und nicht vorhersehbar. Über lange historische Zeiträume lassen sich jedoch konstante Werte zur Modellierung nutzen. Bitte berücksichtige die Volatilität deiner Anlage, ganz besonders, wenn du kurze Zeiträume betrachtest.
Basiszins über die Laufzeit konstant
Der eingegebene Basiszins gilt für den gesamten Projektionszeitraum; eine automatische Auswahl nach Kalenderjahr findet nicht statt.
Proportionale Gewinnermittlung statt FIFO
Entnahmen und Rebalancing verwenden eine proportionale Gewinnermittlung und keine einzelnen Wertpapierlose.
Ausschüttungen nicht separat
Ausschüttungen und Dividenden werden als Teil der Gesamtwertentwicklung und nicht als eigener Zahlungsstrom erfasst. Du kannst sie als regelmäßige, die Wertentwicklung schmälernde Auszahlungen simulieren.
Freistellungsauftrag nur für dieses Depot
Der jährliche Betrag wird nicht mit anderen Konten oder Depots geteilt.
Keine anteilige Kürzung im Anschaffungsjahr
Die anteilige Kürzung der Vorabpauschale im Jahr des Erwerbs wird nicht modelliert.
Kirchensteuer als Simulationsannahme
Der Satz ist frei veränderbar. Übliche aktuelle Werte sind 0 %, 8 % und 9 %.
Steuermodell über die Laufzeit konstant
Die Kapitalertragsteuer und das gesamte Steuermodell bleiben über den Projektionszeitraum konstant. Dass die steuerlichen Regeln tatsächlich unverändert bleiben, ist nicht zu erwarten.
Keine Doppelbesteuerungsabkommen
Doppelbesteuerungsabkommen und vergleichbare grenzüberschreitende Steuerregeln werden nicht berücksichtigt.
Rechts- und Datengrundlagen
Diese Quellen begründen einzelne Regeln und Annahmen des Rechenmodells. Prüfe für weitergehende Informationen stets die aktuelle Fassung der verlinkten Originalquelle.